Beispiele aus unserem Alltag

Bei Seelsorge.net begegnen sich Menschen, die sich nicht kennen, mit gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe. Die Anonymität über das Internet macht es vielen leichter, sich zu öffnen, Unaussprechbares zu formulieren und den Rat eines unbekannten Gegenübers anzunehmen. Zahlreiche Echos von Ratsuchenden und aus unserem Seelsorge-Team bestätigen es:

Das sagen unsere Beraterinnen und Berater zur Seelsorge via E-Mail:

„Die Internet-Seelsorge ist niederschwellig, die Kontaktaufnahme sehr einfach. Gerade bei intimen Beziehungsthemen sind die Berührungsängste kleiner als ein Gang zu einem Seelsorger oder einer Psychologin.“

„Die Anonymität gibt der ratsuchenden Person die nötige Geborgenheit.“

„Bei der E-Mail-Seelsorge gibt es nur das geschriebene Wort. Sorgfältiges Hineinhören und so nachfragen, dass mein Gegenüber zum Nachdenken und Entdecken eigener Lösungsmöglichkeiten kommt, scheint mir wichtig.“

Ein Einblick in den Seelsorge-Alltag:

„Ich lese eine Mail zunächst mehrmals und versuche mich in die Stimmung hinein zu versetzen, in der sich mein Gegenüber befindet. Ich stelle mir die Frage, wie gross die Verzweiflung wohl ist und wie dringend meine Reaktion. In der Antwort versuche ich zuerst ihren Schmerz zu verbalisieren, ihn in meinen Worten wiederzugeben. Ich äussere meine Betroffenheit. Ratschläge erteile ich zunächst keine. Eher stelle ich Fragen.“

„Schweren Nöten begegne ich, indem ich versuche, Mut zu machen, das Schwere anzunehmen, durchzustehen, Gottvertrauen zu wecken, zur Sprache zu bringen, auszuhalten…“

„Bestätigt fühle ich mich in der Beratung, wenn ich selbst dabei ein gutes Gefühl habe, wenn ich persönlich überzeugt bin, wohlwollend reagiert zu haben, wenn ich ehrlich bin und wenn mein Gegenüber reagiert. Gelegentliche Dankbarkeitsäusserungen oder Prozesse, die in Gang kommen und spürbare Veränderungen sind die besonderen Momente für mich.“

Ansprüche, die unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger an sich selbst stellen:

„An mich selber stelle ich den Anspruch, lebensbejahend zu schreiben, respektvoll und verlässlich, um vertrauenswürdig zu sein. Geglückt ist die Beratung für mich, wenn der Austausch zu einem befriedigenden Abschluss kommt. Das lösungsorientierte Begleiten erfüllt mich – zum Beispiel, wenn jemand einen konkreten Schritt zur Verbesserungen seiner Situation macht oder wenn jemand sich und seine Situation neu annehmen und lieben kann, weil sie aktuell nicht veränderbar ist.“

„Man muss aufpassen, nicht zu viel in eine Person hineinzuprojizieren. Ich versuche deshalb, Mails nicht zu rasch zu beantworten. Ich reserviere mir meist die frühen Morgenstunden dafür, in denen ich präsenter bin.“

„Für mich ist wichtig, dass es mir gelingt, den Menschen, den ich ja nicht kenne, zu erfühlen, wahrzunehmen, zu verstehen und dann gut zu beraten. Ich erwarte von mir, dass ich die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt stelle. Ich will mit Enttäuschungen gut umgehen. Aber ich will auch ehrlich sein und es wagen, Dinge zu benennen, die vielleicht nicht unbedingt so gut ankommen. Ich richte mich danach aus, fein zu beraten, nicht zu verletzen, dennoch ehrlich und klar zu bleiben.“

Aus der Palette der Anfragen:

„Hallo! Ich habe ein grosses Problem. Ich habe gar keine Lust mehr zu leben! Was bringt es einem Menschen, wenn man laufend Schläge einfängt. Ich hasse meinen Stiefvater; mein richtiger Vater ist gestorben. Mein Stiefvater schlägt mich immer, wenn er Alkohol getrunken hat. Meine Mutter schlägt er dann genauso. Ich würde ihn am liebsten umbringen. Ich möchte nicht mehr so leben. Bitte helft mir!!!“

„Ein Freund von mir hat bösartigen Krebs. Ich bin ihm gegenüber sehr blockiert. Meine Mutter starb an Krebs. Bei der letzten Begegnung reagierte mein Körper beängstigend mit Herzrasen, Tränen, schneller Puls. Mein Freund bedeutet mir viel und ich möchte ihm ‹helfen›.“

„Ich weiss nicht, ob ich bei Ihnen richtig bin. Habe meine Frau nach 12 Jahren Ehe betrogen (One-night-stand). Kann sie nicht belügen; habe es ihr nach vier Wochen gebeichtet. Ich habe Angst, sie zu verlieren und auch meine drei Kinder. Sie wirkt so kalt, und ich meine, sie hat mit der Beziehung zu mir abgeschlossen.“

Das motiviert unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger sich ehrenamtlich zu engagieren:

„Mich motiviert bei der Internet-Seelsorge mitzumachen, weil Menschen ungeschminkt und offen ihre Fragen und Probleme stellen. Ich bin näher an der Lebenswelt der Menschen und das, was sie beschäftigt dran. Ich bin als Seelsorger viel mehr gefragt.“

„Meine Highlights in Arbeit für Seelsorge.net sind die Erfahrungen, dass sich die Situation eines Menschen zum Besseren, Schöneren hin ausgerichtet hat, er wieder Kraft, Mut und Zuversicht gewonnen hat, sein Leben an die Hand zu nehmen. Wenn sie mir dann, meist nach langem Schweigen, schreiben: es geht mir gut, ich habe …!“

„Ich gebe gerne etwas weiter, was ich in meiner beruflichen Erfahrung gelernt und eingeübt habe. Auch sehe ich die Plattform als wichtigen Ort an für Menschen, die sich schwer tun sich jemanden einfach so anzuvertrauen. Die Anonymität und die Professionalität geben ihnen Halt und ich bin immer wieder überrascht, wie schnell der schriftliche Austausch zu den zentralen Fragen führt.“

Echos von Ratsuchenden:

„Vielen Dank für Deine Mail und Deine Zeilen tun mir richtig gut.“

„Es geht mir wirklich besser. Ich bin aus dem Loch herausgekommen. Du hast viel dazu beigetragen. Ich danke dir sehr dafür.“

„Es ist zum Glück vieles besser geworden. Ich danke dir fürs Zuhören, Schreiben und die Geduld. Du hast mir wirklich sehr geholfen.“

„Vielen Dank für Deine Mail und ich habe mich gefreut. Mir tut es sowieso gut, wenn mich jemand wie Du ein wenig aufbaut.“

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